Gebet für Christen in Usbekistan
In dem autoritär regierten Land setzt das Regime auf Machterhalt. Religiöse Aktivitäten werden genau beobachtet. Gegen jede Art von vermeintlichem Extremismus oder subversiven Aktionen gehen Behörden und Sicherheitskräfte rigoros vor. Der Druck auf usbekische Christen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Regierung kontrolliert die Kirche und ihre Aktivitäten durch die Geheimpolizei. Dennoch halten Christen in Usbekistan an ihrem Glauben fest; trotz Kontrolle, Einschüchterung und drohender Verhaftung. (Symbolfoto Open Doors)
Lazar ist ein Gemeindeleiter aus Usbekistan. Naomi*, eine Mitarbeiterin von Open Doors, traf ihn in seiner Heimatstat. Sie berichtet: "An der Ecke einer vielbefahrenen Straße warte ich auf Lazar. Ich weiß nicht, wie er aussieht oder welches Auto er fährt. Von mir weiß er genauso wenig. Wir kennen nur den vereinbarten Treffpunkt. Auf diese Weise treffe ich mich meistens mit meinen Kontakten in Usbekistan. Ich kenne lediglich Ort und Zeit. Wenn keiner auftaucht, kann es sein, dass es für die Christen nicht sicher genug war, zu diesem Treffen zu kommen. Die Überwachung in Usbekistan ist sehr streng. Als normaler Reisender bekommt man das auch zu spüren. Ich muss mich jeden Tag registrieren und mir vom Hotel eine Bestätigung holen, dass ich dort geschlafen habe. Wenn ich das Land am Ende verlassen möchte, muss ich aufzeigen, wo ich jeden Tag war. - Dann hält neben mir ein Auto. Ich realisiere sofort, dass es Lazar sein muss. Er hat mich wohl an meinem westlichen Stil erkannt. Ich steige ein; wir stellen uns einander vor und er fährt uns an einen Ort, an dem wir in Ruhe reden können. Wir sitzen kaum zwei Minuten zusammen, da berichtet er mir von der Razzia."
Lazar schildert Naomi: "Vor zwei Tagen hat die Polizei unserer Haus durchsucht. Sie haben alle Bibeln und die ganze christliche Literatur beschlagnahmt. Die Frage für mich war nicht, ob die Polizei jemals kommen würde, sondern eher wann. Trotzdem war dieser Moment nervenaufreibend. Wie aus dem Nichts standen zehn Polizisten in der Eingangstür. Ich wurde in Handschellen abgeführt, als wäre ich ein Verbrecher."
Beten Sie für Lazar und die Mitglieder seiner Hausgemeinde. Die Geheimpolizei beobachtet sie.
*Name geändert
Weitere Gebetsanliegen:
- Die Geldstrafen für illegale religiöse Aktivitäten in Usbekistan sind 100 Mal höher als der monatliche Mindestlohn im Land. Kurzzeitige Haftstrafen von drei bis 15 Tagen werden heute deutlich öfter verhängt. Beten Sie für die Christen, die zu diesen empfindlichen Strafen verurteilt wurden.
- Christen muslimischer Herkunft leben beständig in der Gefahr, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, geschlagen und sozial ausgegrenzt oder von ihrer Familie verstoßen zu werden. Beten Sie für diese Glaubensgeschwister.
- Beten Sie für die inhaftierten Christen in Usbekistan. Möge Gott sie stärken und trösten.
- Beten Sie auch für die Familien von inhaftierten Christen.
- Beten Sie um den Schutz und Bewahrung für die Gottesdienste und Gebetsstunden der Christen. Besonders, wenn sie sich im Verborgenen treffen.
- Einige christliche Jugendliche wurden von der Polizei kontrolliert, weil sie an einem kirchlichen Treffen teilgenommen hatten. Beten Sie, dass diese Jugendlichen trotzdem eine gute Ausbildungsstelle bekommen und diese polizeiliche Registrierung nicht zum Nachteil für sie wird.
- Der Druck auf die Gemeinde Jesu in Usbekistan hat sich enorm erhöht. Beten Sie für die Christen im Land um einen tief verwurzelten Glauben.
Christenverfolgung heute hat viele Gesichter: Ihr Gebet stärkt und ermutigt verfolgte Christen. Hier finden Sie weitere Anliegen…
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