Christen im Sudan

Mann aus SudanChristen in der Krisenregion Süd-Kordofan an der Grenze zum Südsudan sehen sich einer systematischen Vertreibung durch die islamische Regierung des Sudans (Nord) bzw. durch islamische Milizen ausgesetzt. Auch islamische Führer und Beamte seien christenfeindlich eingestellt, berichten Einheimische. In einigen Moscheen würden Imame bei den Freitagsgebeten ihre Anhänger ermahnen, nicht mehr mit Christen zusammenzuarbeiten, teilweise sogar, sie nicht einmal zu grüßen. (Symbolfotos Open Doors)

Adamou* aus Kadugli in Süd-Kordofan wurde von sudanesischen Streitkräften verhaftet. Er schaffte es aber nach 18 Tagen der Gefangenschaft zu entkommen. Adamou berichtet besorgt: "Die Verfolgung von Christen ist eindeutig von der Regierung geplant. Sie beleidigen uns und sagen, dieses Land sei ein islamisches Land und man werde uns nicht erlauben, weiterhin hier zu leben. Ich sah, wie sie meine christlichen Mitbrüder wegbrachten und sie in der Nähe des Ortes, wo wir inhaftiert waren, im Wald erschossen. Die islamische Regierung des Sudans hat offensichtlich uns Christen im Visier. Der christliche Glaube solle aus der Grenzregion Süd-Kordofan verbannt werden. Das ist ein Bestandteil ihrer Strategie, den Norden in einen rein islamischen Staat zu verwandeln. Mein Leben ist weiterhin in großer Gefahr, da man immer noch nach mir sucht. Ich kann jederzeit verhaftet und sogar getötet werden."

Im Juli 2011 hat sich der eher christlich-animistische Süden vom Norden abgespalten. Entstanden ist Südsudan. Der heutige Sudan entspricht dem früheren Nord-Sudan vor der Unabhängigkeit des Südsudans. Im Norden gilt die Scharia, das islamische Gesetz, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Und das bekommen die Christen dort zu spüren. Immer wieder kommt es zu blutigen Übergriffen und Anschlägen auf Kirchen. Aus der Krisenregion Süd-Kordofan geflohene Christen berichteten, dass viele Christen bereits getötet und Kirchen niedergebrannt wurden.

Auch Mitglieder der "Gemeinde der Sudanesischen Kirche Christi" aus Khartum wissen, was es heißt, diskriminiert zu werden. Sie waren gerade mit Baumaßnahmen am Dach ihres Kirchengebäudes beschäftigt, als mehrere Muslime begannen, sie mit Steinen zu bewerfen und zu schreien: "Wir wollen keine Kirche in dieser Gegend!“. Die Gemeindemitglieder hatten sich trotz des Widerstands der muslimischen Beamten vor Ort weiter zum Gottesdienst getroffen.

*Name geändert

Sudan – Gebetsanliegen

  • Danken Sie Gott für das Wunder, dass Adamou fliehen konnte.
  • Beten Sie für die Christen im Sudan, besonders in der Krisenregion Süd-Kordofan.
  • Beten Sie, dass Gott den Kirchenleitern Weisheit gibt, wie sie ihre Gemeinden im Hinblick auf die verstärkte Verfolgung leiten können.
  • Beten Sie, dass Schulungen und Seminare für Gemeindeleiter im Sudan durchgeführt werden können.
  • Beten Sie um Einheit unter den Christen, dass sie ein Zeugnis für ihre Nachbarn und Landsleute sein können.
  • Beten Sie, dass die Christen im Sudan trotz aller Schwierigkeiten Wege finden, sich zu Gebetstreffen und Gottesdiensten zu versammeln.
  • Beten Sie, dass genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um niedergebrannte und zerstörte Kirchen wieder aufzubauen.
  • Beten Sie, dass die systematische Vertreibung von Christen im Norden des Sudans endet.
  • Beten Sie um Schutz für die vielen aus der Krisenregion geflohenen Christen. Sie müssen ganz von vorne anfangen.
  • Beten Sie für die muslimischen Beamten, die christenfeindlich eingestellt sind.

Christenverfolgung heute hat viele Gesichter: Ihr Gebet stärkt und ermutigt verfolgte Christen. Hier finden Sie weitere Anliegen…

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