(Open Doors) – In Zentralpakistan besuchte ein Team von Open Doors zwei Dörfer, die von den Überschwemmungen schwer betroffenen sind. Unser niederländischer Mitarbeiter Abram Groothuis sagt, es war eine riskante Reise. Denn vor ihnen hat noch kein Ausländer die entlegene Region besucht. Radikale Taliban sind dort sehr aktiv.
Per Telefon berichtet uns Abram Groothuis aus dem Flutgebiet in Pakistan:
"Unser Besuch bei den Christen in dieser Region war nicht ungefährlich. Wir mussten nachts los, bevor bekannt wurde, dass Ausländer in diesem Gebiet sind. Es ist eine Region, in der es relativ viele Christen gibt. Wir waren in einem Dorf, in dem 100 Familien leben. Darunter sind 25 christliche Familien. Natürlich hatte ich davon gehört, dass Christen bei den Hilfsaktionen von der Regierung und islamischen Organisationen übergangen wurden. Schon im ersten Dorf bestätigte sich dies in der harten Realität. Das ganze Dorf war überflutet. Die Menschen hatten vor den Wassermassen Zuflucht in höher gelegenem Gelände gesucht."
Selbst in diesem großen Leid sind Christen wie Bürger 2. Klasse
Abram Groothuis berichtete weiter: "Die muslimischen Dorfbewohner wohnen jetzt in stabilen Zelten, haben Kochgeräte, Nahrung und werden medizinisch versorgt. Doch die Christen des Dorfes sitzen 100 Meter von ihnen entfernt in improvisierten Notunterkünften auf der Straße und haben nichts. Sie haben einfach Stöcke in den Boden gesteckt, Seile aus Gras geflochten, diese dazwischen gespannt und mit großen Blättern draus ein Dach gebaut. Der örtliche Gemeindeleiter sagte mir, als islamische Organisationen in ihrem Dorf Hilfe verteilten, wurden die Christen einfach übergangen. Die christlichen Dorfbewohner bekamen nur das, was übrig geblieben ist. Teilweise war das Essen auch schon von Tieren angefressen. Als Mitglieder einer pakistanischen Kirche Lebensmittel verteilten, kamen später muslimische Dorfbewohner zu den christlichen Flüchtlingen und sagten, sie müssten das alles mit ihnen teilen. Andernfalls würde es großen Ärger geben. Wie mir ein Pastor sagte, ist das traurige Realität in vielen von der Flut betroffenen Regionen. In einem anderen Dorf ist die Lage etwas besser. Die Christen dort haben sich selbst ein wenig geholfen, weil sie einen Teil ihrer Ernteerträge retten konnten. Ich betete gemeinsam mit 50 örtlichen Christen für die Menschen in Pakistan und die betroffenen Dörfer."
Gefährlicher Einsatz
"Während meiner Reise spürte ich die anspannte Atmosphäre", berichtet Open Doors-Mitarbeiter Abram Groothuis. "Als ich vor fünf Jahren nach dem schweren Erdbeben in der Kaschmirregion in Pakistan war, konnte ich mich frei bewegen. Jetzt war die Lage völlig anders. An mehreren Orten wurde ich förmlich verjagt. Es scheint, als ob nicht gewollt ist, dass auch christliche Kirchen den Flutopfern helfen. Oder zumindest sollte dies ohne großes Aufsehen geschehen. Örtliche Christen erzählten mir, dass die Taliban in diesem Gebiet sehr aktiv sind. Für Hilfskräfte ist es daher riskant, denn sie könnten jederzeit angegriffen werden, besonders Ausländer und Christen. Trotz der Gefahr arbeiteten wir zusammen mit der pakistanischen Kirche weiter daran, besonders Christen in schwer zugänglichen Regionen zu helfen, die von der allgemeinen Hilfe abgeschnitten sind. Wir geben ihnen Lebensmittel, Decken, Medikamente und andere Hilfsgüter. Wo dies nötig war, haben wir Christen auch schon an sichere Zufluchtsorte gebracht."
Projekt "Fluthilfe Pakistan"
Um 1.500 christlichen Familien in von der Flut schwer betroffenen Regionen zu helfen, hat Open Doors ein Spendenprojekt ins Leben gerufen. Über Partnerorganisationen vor Ort und lokale Gemeinden haben wir begonnen, Lebensmittel, Medikamente und Zeltplanen zu verteilen.
Wir wollen durch unsere Unterstützung neue Hoffnung geben und Christen auch die Möglichkeit, ihren Landsleuten selbst zu helfen. Für Ihre Spende haben Sie vielen herzlichen Dank!
Gebetsanliegen:
- Beten Sie weiterhin für die Betroffenen der Flutkatastrophe.
- Beten Sie für die Sicherheit der Helfer, die den Menschen überlebensnotwendige Güter bringen.
- Beten Sie, dass Christen in dieser angespannten Situation selbst zu Hoffnungsbringern werden können.