Gebet für Wandel im Christenverfolgerstaat Nr. 1
"Nordkoreaner finden zunehmend heraus, dass ihr Elend eine direkte Folge des Regimes von Kim Jong-Il ist"
Um Gebet auch für die Führung des abgeschotteten Nordkorea bittet das überkonfessionelle christliche Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors Deutschland (Kelkheim). Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat für den kommenden September einen Sonderparteitag einberufen. Beobachter vermuten, dass die allerhöchsten Parteiführer dann offiziell den Nachfolger des amtierenden herzkranken Staatschefs im Amt bestätigen werden. Es wird allgemein angenommen, dass dann dessen Sohn Kim Jong-Un zu seinem Nachfolger ausgerufen wird. Vereint im Gebet sollten Christen hierzulande gemeinsam mit den nordkoreanischen Glaubensgeschwistern für einen friedlichen Wandel und Freiheit im Land beten. Seit Jahren steht Nordkorea auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex, einer Rangliste von 50 Ländern, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden.
In Deutschland macht Open Doors mit der Gebetsinitiative "Bete für Nordkorea" seit Anfang dieses Jahres auf die Situation im Land und die der mindestens 200.000 Christen im Untergrund aufmerksam.
Nordkoreaner beten im Untergrund
Im Untergrund haben Christen in Nordkorea selbst vor einiger Zeit eine Gebetskampagne für ihr Land gestartet. "Wir wollen für unser Land eintreten. Das Evangelium wird es von innen her verwandeln", so ihre Botschaft. Noch vor hundert Jahren galt Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang mit zahlreichen Kirchen als das "Jerusalem des Ostens". Heute ist das abgeschottete Land auf der koreanischen Halbinsel ein Synonym für Menschenverachtung und Unterdrückung. Mindestens 200.000 Christen leben unter den 23 Millionen Einwohnern. Das Volk leidet unter der Lebensmittelknappheit aufgrund von Misswirtschaft, Naturkatastrophen und der Bereicherung durch die Elite. Über 30 Gefangenenlager stehen für die Grausamkeit des Regimes.
Nachrichten dringen ins Land

Mit Propaganda hält die Regierung das Volk auf Kurs und unternimmt alles in ihrer Macht stehende, seine Vergehen zu verbergen. Eine Befragung durch das renommierte Peterson Institute in Washington ergab, dass 60 Prozent der Nordkoreaner jetzt Zugang zu Informationen außerhalb der amtlichen Propaganda haben, berichtet der Informationsdienst Compass Direct. "Nordkoreaner finden zunehmend heraus, dass ihr Elend eine direkte Folge des Regimes von Kim Jong-Il ist und nicht von Südkorea oder Amerika verursacht wird", zitiert Compass Direct Kim Seung Min vom Free North Korea Radio. Die Radiostation gehört zur Nordkoreanischen Freiheitskoalition (NKFC, Washington), einem Zusammenschluss von 60 Organisationen, die sich für Nordkorea einsetzen, darunter Open Doors International. Auf Initiative des Senders werden Radios über Nordkorea abgeworfen; täglich läuft ein fünfstündiges Programm. Neben den Neuigkeiten von Flüchtlingen dringen so weitere Informationen ins Inland. Immer häufiger gelangen Videorekorder, Fernseher, Radios und Mobiltelefone, die Signale jenseits der Grenzen empfangen können, ins Land. In Nordkorea sind nur Empfangsgeräte erlaubt und erhältlich, die den Staatssender empfangen können.
Gebetsanliegen:
- Beten Sie für einen friedlichen Wandel in Nordkorea und das der Machthaber ablässt von seinem menschenverachtenden Kurs.
- Beten Sie für Schutz für die Untergrundgemeinden in Nordkorea. Christen können sich nur unter hohem Sicherheitsrisiko treffen.
- Beten Sie für die schätzungsweise 70.000 Christen in den Arbeitslagern. Misshandlungen und Zwangsarbeit von 18 Stunden am Tag haben manche schon das Leben gekostet.
Christenverfolgung in Nordkorea
Gebetskampagne