Leiden gehört für Christen im südostasiatischen Myanmar zum Alltag: Sei es die alltägliche Benachteiligung durch die Birmanen, der größten Volksgruppe des Vielvölkerstaates, die Verhöre durch Soldaten, Zwangsarbeit oder die wiederkehrenden "Besuche" von Rebellengruppen. Doch während eines Seminares von Open Doors im Westen des Landes entdeckten Christen, dass "Verfolgung auch ein Segen Gottes sein kann".
Myanmar steht seit über 40 Jahren unter einer Militärherrschaft. Kritik an dem Regime haben engagierte Bürger schon mit langen Haftstrafen bezahlt. Humanitäre Organisationen werfen Myanmar massive Verletzungen der Menschenrechte vor. Immer wieder kommt es laut Amnesty International zu Hinrichtungen und Folterungen, Zwangsarbeit, Vertreibungen und dem "Verschwinden lassen" von Kritikern. Die meisten der 50 Millionen Einwohner sind Buddhisten. Christen machen etwa sechs Prozent der Bevölkerung aus und gehören zumeist ethnischen Minderheiten wie den Karen an.
Glauben stärken

Es ist schwierig, sich ein Bild von der Situation der Christen auf dem Lande zu machen. Denn das Regime schränkt nicht nur die Reisefreiheit von Ausländern ein. "Wir dürfen unsere Orte ohne Genehmigung nicht verlassen. Ansonsten würde das Militär unsere Reise hinterfragen", erzählt ein Gemeindemitarbeiter aus Chin, einer Region im Westen des Landes, die von der gleichnamigen ethnischen Minderheit bewohnt wird. Open Doors unterstützt die Chin-Christen mit Lebensmitteln oder Medikamenten. Um sie auch geistlich zu stärken und zu ermutigen, führte das Hilfswerk für die Gläubigen das mehrtägige Seminar "Mutig gegen den Sturm" durch. Es vermittelt biblische Aussagen über Verfolgung und wie Christen trotz äußerlicher Schwierigkeiten und staatlicher Restriktionen ihren Glauben leben können. Die meisten der 25 Pastoren und Gemeindemitarbeiter nahmen das erste Mal an einer Schulung dieser Art teil. So auch Pastor Vhaw*: "Ich habe viele Ideen bekommen, wie ich die Gemeinde in meinem Dorf besser leiten und ermutigen kann", sagt er.
Perspektivenwechsel

"Vorher war ich sehr schnell entmutigt, weil ich dachte, dass es keinen armen Christen geben sollte", sagte ein Gemeindemitarbeiter, der ein eigenes Geschäft betreibt. "Doch das Seminar hat meine Denkweise verändert. Ich verstehe nun, dass Gottes Segen nicht Wohlstand bedeutet, sondern vielmehr geistlichen Reichtum." Auch Kuan*, ein anderer Teilnehmer erzählt, er habe immer gedacht, dass Christen nicht leiden müssten. "Doch mir wurde bewusst, dass wir bereit sein müssen, der Verfolgung und dem Leid als Nachfolger Jesu zu begegnen. Auch Jesus Christus hat gelitten! Ich habe gelernt, dass Verfolgung ein Segen von Gott sein kann, wenn wir verstehen, warum wir verfolgt werden und Verfolgung als Begleiterscheinung eines entschiedenen Christseins annehmen." Kuan erzählt, dass seine Eltern einst Tiere geopfert haben, als sie hörten, dass ihr Sohn nun Christ ist. "Ich betete für sie und nach zwei Jahren bekehrten auch sie sich zu Jesus Christus."
*Name geändert
Gebetsanliegen:
- Beten Sie für Weisheit für die Teilnehmer des Verfolgungsseminares. Zurück in ihren Heimatgemeinden geben sie das Gelernte an andere weiter, um sie zu ermutigen.
- Beten Sie für die Christen, die verfolgt werden. Auf dem Weltverfolgungsindex belegt Myanmar Platz 23 der Liste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
- Beten Sie für Bibeln und christliche Literatur für die Christen. Die Einfuhr von Bibeln in lokalen Sprachen ist verboten.
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