Bangladesch: Christen mussten aus ihrem Dorf fliehen
"Selbst im Angesicht des Todes werden wir Jesus nicht verlassen"
Die etwa eine Million Christen sind eine Minderheit unter den 159 Millionen Einwohnern von Bangladesch. In dem südasiatischen Land folgen die meisten Menschen dem Islam nach. Laut Verfassung ist der Islam Staatsreligion; anderen Religionen wird Religionsfreiheit zugesagt. Doch in der Praxis wird diese Freiheit u.a. von islamischen Extremisten ausgehöhlt. Aber es kommt auch zu Übergriffen auf Christen vonseiten radikaler Buddhisten. Open Doors bittet, für eine kleine Hausgemeinde aus einem bengalischen Dorf zu beten.
Bewaffnete verhindern Gebetstreffen
Nach einer Serie von Übergriffen sind am 2. Mai vier christliche Familien aus ihrem Heimatdorf geflohen. Buddhistische Extremisten hatten sie wiederholt unter Druck gesetzt, ihrem Glauben an Jesus Christus abzuschwören und zum Buddhismus überzutreten. Am Freitag, dem 30. April, bedrohte eine Gruppe von 20 bis 25 mit Stöcken und Bambusknüppeln bewaffneter Männer eine kleine Baptistengemeinde, zu der die Familien gehören. Sie hinderten die elf Mitglieder der Hausgemeinde "Lotiban Baptist Church" in der Ortschaft Jamindhonpara, 340 Kilometer südöstlich von Dhaka, daran, ihr wöchentliches Gebetstreffen abzuhalten.
Christen unerwünscht
Einen Tag später stürmten Radikale das Haus eines Christen, nahmen dort vier Männer gefangen und schlugen eine Frau. Die Angreifer drohten damit, die Christen umzubringen, falls sie nicht innerhalb von 24 Stunden zum Buddhismus übertreten. Die Männer wurden wieder freigelassen - mit der Warnung, keine Gottesdienste oder christliche Treffen mehr abzuhalten. Mit Parolen wie "Christen können nicht in Gebieten von Buddhisten leben" oder "Wir werden ihnen keine Kirchenbauten gestatten" zogen Buddhisten durch Jamindhonpar. Über die Gründung der Hausgemeinde im Dezember vorigen Jahres waren einige Dorfbewohner erbost. Seither versuchten sie immer wieder, die Gemeindetreffen zu stoppen und den Pastor zu vertreiben. Den Christen war zudem verboten worden, Trinkwasser aus dem Dorfbrunnen zu schöpfen oder auf dem Markt einzukaufen. Zudem gab man ihnen keine Arbeitsstellen.
"Ich werde Jesus nie verlassen"
Am Sonntag dann – dem 2. Mai - zogen die Extremisten erneut gegen die Christen aus. "Zwei Stunden vor unserem Gottesdienst brach eine Gruppe in unsere Häuser ein und trieb uns alle hinaus, so dass wir keinen Gottesdienst feiern konnten", sagte ein Gemeindemitglied, das anonym bleiben möchte. Nach dem Angriff flüchteten alle Christen aus Jamindhonpara in ein anderes Dorf. - "Wir haben alles verlassen", sagte der 65-jährige Biraj Kumar Chakma, "aber Jesus werden wir selbst im Angesicht des Todes nicht verlassen. Ich will dem Wort Gottes treu bleiben. Daher habe ich unter großem Druck das Haus meiner Vorfahren verlassen."
Quelle: Compass Direct
Gebetsanliegen:
- Beten Sie für die Männer und Frauen, die ihr Heimatdorf verlassen haben und sich nun eine neue Existenz aufbauen müssen.
- Bitten Sie Gott, dass er die kleine Gemeinschaft mit allem versorgt, was sie braucht.
- Beten Sie für ein friedliches Miteinander in Dörfern, in denen verschiedene religiöse Gemeinschaften zusammenleben.
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