Mann im Gefängnis
 

Eritrea: Verhaftungen von Christen dauern an

Patriarch in Hungerstreik getreten - Verhaftungswelle von Christen

In Eritrea reißen die Verhaftungen von Christen nicht ab. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, ist der frühere Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche in den Hungerstreik getreten. Am 2. April nahmen Polizisten in der Hauptstadt Asmara 25 Mitglieder der "Full Gospel Church" fest. Darunter die Tochter eines hochrangigen Regierungsangehörigen. Wie Open Doors weiter erfuhr, werden die Frauen und Männer in den berüchtigten Polizeistationen Nr. 2 und Nr. 5 in der Hauptstadt festgehalten. Die Hintergründe zum Vorgehen gegen die Christen sind noch unbekannt. Wenige Tage später – am 7. April – verhafteten Militärbeamte in Assab eine Gruppe von 27 Christen, darunter elf Frauen. Die Männer und Frauen gehören verschiedenen christlichen Gemeinden an und hatten sich zu einem Gebetstreffen in einem Privathaus getroffen. Noch ist unbekannt, wo sie eingesperrt sind. Damit sind Open Doors 80 Festnahmen von Christen seit Anfang März bekannt.

Bereits in den vergangenen Wochen gingen Beamte gegen Christen vor: Elf Gläubige wurden am 10. März in Nakfa festgenommen. Am 27. März verhafteten Beamte in Segenaite 17 junge Männer. Open Doors bittet für die Freilassung und körperliche Unversehrtheit der Frauen und Männer zu beten. Eritrea belegt auf dem Weltverfolgungsindex Platz 11 in der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Patriarch im Hungerstreik

Der frühere Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche Abune Antonios ist am 5. April  in den Hungerstreik getreten. Der 83-Jährige protestiert damit gegen den Hausarrest, unter dem er seit dem Jahr 2005 steht sowie fehlende Religionsfreiheit in Eritrea. Dem Diabetiker wird eine angemessene medizinische Versorgung verweigert.

2.200 Christen landesweit in Haft

Nach Angaben von Kirchenleitern sind in Eritrea rund 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter teils unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren in Haft. Mindestens zwölf Christen sind bislang in Gefangenschaft an den Folgen der Haftbedingungen oder mangelnder medizinischer Versorgung gestorben. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle nicht erlaubten Kirchen – darunter über 30 unabhängige Gemeinden – für illegal. Nur die Eritreisch-Orthodoxe und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen.

Willkürliche Verhaftungen sind Alltag

Wie die Agentur Reuters unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete, seien willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen, Folter, Hinrichtungen, Verletzungen der Religionsfreiheit sowie Zwangsarbeit Alltag in Eritrea. Menschen würden an ihren Händen an Bäumen aufgehängt und müssten über Stunden in praller Sonne ausharren. Reuters stützt sich in seinem Bericht auf Augenzeugen. So berichtete eine Frau - Mitglied einer staatlich nicht erlaubten Gemeinde: "Wir verbrachten 23 Stunden am Tag in einer Untergrundzelle. Die Hitze war unerträglich. Barfuß mussten wir dann eine Stunde am Tag über scharfe Felsen und Dornen laufen. Wenn wir nicht schnell genug liefen, schlug man uns mit harten Plastikruten."

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie für Gottes Eingreifen in Eritrea und für die Männer und Frauen, die verhaftet wurden. Denken Sie auch ihre Angehörigen.
  • Beten Sie, dass die Christen nicht gefoltert werden und freikommen.
  • Beten Sie für die Regierung.

 

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