Mindestens 30 Ausländer wurden Anfang März aus dem nordafrikanischen Marokko ausgewiesen. Darunter sind auch 20 christliche Mitarbeiter des Kinderheimes "Dorf der Hoffnung" in der Ortschaft Ain Leuh etwa 70 Kilometer von der Stadt Fès entfernt. Zurück bleiben 33 durch den plötzlichen Verlust ihrer Pflegeeltern traumatisierte Kinder. Den Christen wird Missionierung von Kindern vorgeworfen. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors bittet dringend, für die Kinder sowie die Männer und Frauen zu beten. Die ausgewiesenen Pflegeeltern haben sich mit einer Erklärung an den marokkanischen König und die Öffentlichkeit gewandt. (Erklärung in Deutsch unter www.voh-ainleuh.org)
Heimleiter: "Wer wird sich um die Kinder kümmern?"
Das "Dorf der Hoffnung" wurde vor zehn Jahren mit Erlaubnis der marokkanischen Behörden eröffnet. Herman Bonnstra, der bisherige Leiter des Heimes, lebte seit elf Jahren in Marokko. Gemeinsam mit seiner Frau kümmerte er sich um acht Pflegekinder. "Meine Kinder rannten schreiend aus dem Haus“, sagte er dem niederländischen Sender "Netwerk". - "Sie hängten sich an meine Hosen und wollten mich festhalten. Ich wollte nicht gehen, aber ich musste. Meine Frau hatte keine Gelegenheit mehr, sich von den Kindern zu verabschieden." Das Kinderheim wurde geschlossen. Laut Bonnstra haben die Behörden Autos und 350.000 Dirham (ca. 24.000 Euro) beschlagnahmt. "Ich sorge mich nicht um das Geld. Es sind die Kinder, um die ich bange. Das schmerzt am meisten. Wer wird für sie sorgen? Wer wird für sie einstehen?", so Bonnstra.
Christen weisen Vorwürfe zurück
Das "Dorf der Hoffnung" weist die erhobenen Anschuldigungen zurück. Laut ihrer Erklärung seien die Behörden darüber informiert gewesen, dass die ausländischen Mitarbeiter Christen sind, die Kinder aber in einer "gleichermaßen muslimischen und christlichen Umgebung aufwuchsen". Was die Vaterlandsliebe, Sprache, Erziehung und Kenntnis des Islam betreffe, wären sie nach Angaben der Einrichtung vollkommen in die marokkanische Kultur integriert. Von allen Mitarbeitern, Pflegeeltern oder Besuchern sei verlangt worden, eine Erklärung zu unterzeichnen, nach der sie die marokkanischen Gesetze respektieren, die jedwede missionarische Tätigkeit verbieten.
Open Doors verurteilt Ausweisungen
Seit Eröffnung des Heimes war es erklärtes Ziel der Mitarbeiter, die Kinder auf ein eigenständiges Leben innerhalb der marokkanischen Gesellschaft vorzubereiten. Die Kinder besuchten öffentliche Schulen und hatten dort Koranunterricht. Die Pflegeeltern stimmten darin überein, den Kindern keinen Bibelunterricht zu erteilen, sondern ihnen lediglich ein Zuhause zu geben. Open Doors verurteilt die Ausweisungen der Christen aufgrund angeblicher Missionierung und ist besorgt über die wachsende Zahl von Maßnahmen gegen Christen in Marokko in den vergangenen Monaten.
Ebenfalls Anfang März ausgewiesen wurden eine Familie aus Venezuela, der Kolumbianer Malcomm Williams (aus Tanger), der Brasilianer Fanjo (aus El Jadida) und der Brite Peter Solomon mit seiner Familie (aus Essaouira), der US-Amerikaner Steve Bownman (aus Fès), ein Koreaner (aus Rabat) und zwei südafrikanische Lehrer (aus Casablanca).
Gebetsanliegen:
- Beten Sie für eine Rückkehr der Eltern zu ihren Pflegekindern in Marokko.
- Beten Sie für die Christen in Marokko. Es wird befürchtet, dass es zu weiteren Vorgehen gegen Christen kommt.
- Beten Sie, dass die traumatisierten Kinder, die so plötzlich ihr Zuhause verloren haben, an einen sicheren Ort kommen und dort liebevoll betreut werden.
Christenverfolgung in Marokko – Werden Sie Gebetspate
Marokko ist ein Land der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube" von Open Doors für Christen in der islamischen Welt. 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen und ehemalige Muslime.
Gebetskmapagne