Mann im Gefängnis
 

China: Bewegender Appell für gefangenen Christen

"Bitte erzählt anderen von meinem Mann, damit sie für ihn beten." Gulnur Yimiti

Mit einem bewegenden Brief hat sich die Frau eines in China zu 15 Jahren Haft verurteilten Christen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bittet darum, weiter für ihren Mann zu beten.

Seit seiner Verhaftung im Jahr 2008 ist Gulnur der Kontakt zu ihrem Mann Alimujiang Yimiti verboten. Im Oktober 2009 wurde der uigurische Christ mit muslimischem Hintergrund in China zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er soll Staatsgeheimnisse an ausländische Organisationen weitergegeben haben. Der 36-jährige Yimiti beteuert seine Unschuld und ist gegen das Urteil in Berufung gegangen. Er sitzt im Haftzentrum Kashgar im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang in China. Open Doors bittet daher dringend für den gefangenen Familienvater und seine Frau sowie die zwei Söhne zu beten und ihnen ermutigende Briefe und Postkarten zu schreiben.  

Gulnur: "Wir haben viel gelitten."

Alimujiangs Frau Gulnur bedankt sich für diese Anteilnahme in einem Brief, den die Organisation China Aid Association (CAA, Midland/USA)) veröffentlichte. Hier einige Auszüge mit freundlicher Genehmigung von CAA.

Liebe Brüder und Schwestern in Jesus!

Seid gegrüßt! Ich bin Gulnur, Alimujiang Yimitis Frau. Durch die Gnade Gottes lernte Alimujiang Jesus Christus kennen und folgt ihm seit dem Jahr 1995 nach. So wurde er einer der ganz wenigen Christen unter den zwölf Millionen Uiguren mit muslimischem Hintergrund in Xinjiang. Ich bin bewegt von den Brüdern und Schwestern, die mit ihren Gebeten Fürbitte geleistet haben. Habt vielen Dank für die ernst gemeinten Gebete für Alimujian und unsere Familie in den vergangenen beiden Jahren. Das hat uns sehr gestärkt. Während dieser Jahre haben wir viel erlitten. Bis zu Bekanntgabe des Urteils im Dezember lagen unsere Nerven täglich blank. In dieser Zeit fühlte ich mich oft hilflos und schwach. Manchmal konnte ich noch nicht einmal aufstehen. Doch Gott sprach durch eine Bibelstelle im Römerbrief  5,1-5 zu mir.

Ich glaube, ich wurde auch gestärkt, weil Gott die Gebete vieler Glaubensgeschwister erhört hat.

Er hat mir neue Kraft und Glauben geschenkt. Deshalb stütze ich mich weiter auf ihn und ich bin noch entschlossener und mutiger. Was wir in den vergangenen Jahren durchgemacht haben, ist nichts, gemessen an dem, was wir in über zehn Jahren als Gläubige erlebt haben. Aber wir haben in all dem auch etwas gelernt. "Wenn jemand mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." (Matthäus 16,24)

Nicht nur einmal habe ich Gott unter Tränen gefragt: Bist du mit uns nicht zufrieden? Warum möchtest du uns trennen? Sind zwei Jahre nicht genug? Du willst noch 13 Jahre hinzutun?" - Nachts höre ich meinen ältesten Sohn beten: "Herr Jesus, du hast gesagt, dass wenn nur zwei oder drei im Gebet versammelt sind, willst du ihr Gebet erhören. Aber jetzt beten so viele Leute gemeinsam für Papa und er kann trotzdem nicht zurückkommen." Als mein Mann weggebracht wurde, war unser jüngster Sohn erst ein Jahr und fünf Monate alt. Er hatte gerade "Papa" zu sagen gelernt. Jetzt spricht er fast fließend Uigurisch und Chinesisch. Doch wenn er "Papa" ruft, ist niemand da, der ihm antwortet.

Jetzt ist mein Mann in Berufung gegangen.

Das Berufungsurteil wird die endgültige Entscheidung sein. Voller Erwartung haben ich und meine Kinder diese letzten beiden Jahre verbracht. Ich habe sie beobachtet, wie sie Tag und Nacht an der Hoffnung festgehalten haben, dass ihr Papa bald heimkommen wird. Als Mutter möchte ich den Ausdruck tiefer Enttäuschung nicht wieder auf ihren Gesichtern sehen.

Liebe Glaubensgeschwister, ich hoffe, dass ihr noch einmal eure intensiven Gebete für Alimujiang und für unsere Familie vor Gott bringt und die Hand Gottes bewegt, die derzeitige Lage zu verändern. Es ist meine Hoffnung, dass alle Brüder und Schwestern, die diesen Brief lesen, diese Botschaft auf jede mögliche Art und Weise noch weiter verbreiten, damit noch viele andere Bescheid wissen und für uns beten können.

Ich danke euch allen danken, die ihr Alimujiangs Fall von Anfang verfolgt und für uns gebetet haben.

An alle, die unseren Herrn Jesus Christus aufrichtig lieben,
Gnade sei mit euch
Gulnur

Im Januar 2010 

Schreiben Sie Gulnur   

 

Gebetsanliegen: 

  • Beten Sie für Alimujiangs Freilassung und seine Familie.
  • Danken Sie, dass seine Frau die Hoffnung nicht aufgibt.
  • Beten Sie für die beiden Söhne, die ihren Vater sehr vermissen.