Nach fast einem Jahr in Haft ist Wilhelmina Holle wieder frei. Die 49-jährige Lehrerin und Christin aus Indonesien wurde am 10. Dezember aus dem Gefängnis Masohi, einer Stadt in der Provinz Maluku (Molukken) entlassen. "Ich konnte nur noch weinen und Gott dafür danken", sagte sie am Telefon zu Open Doors.
Regelmäßig hatten sie Mitarbeiter des Hilfswerkes für verfolgte Christen im Gefängnis besucht, um sie zu ermutigen. "Ich sehe nun, dass Gott diese Zeit zugelassen hat, damit mein Glaube an ihn wieder stark wird." Wie die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und einem Sohn erzählt, ist ihre Liebe und Hingabe zu Jesus im Gefängnis gewachsen. Jeden Tag hinter Gittern begann sie mit Gebet, Lobliedern und Bibel lesen. Vor ihrer Gefangenschaft, so erzählt Wilhelmina Holle, war sie eine leidenschaftliche Lehrerin, doch "durch meine Arbeit in einem muslimisch geprägten Umfeld verlor mein Glaube an Jesus für mich an Bedeutung. Doch ich erinnerte mich wieder an Gottes Treue. Von der Festnahme an, vor Gericht, bei der Urteilsverkündung: Er war stets an meiner Seite." Seit 11. Januar unterrichtet Holle an einer christlichen Schule in Ambon, wo sie auch lebt.
Proteste eskalierten
Die frühere Lehrerin für Mathematik und Indonesisch an einer öffentlichen Schule in Masohi soll einige ihrer Schüler privat unterrichtet und dabei den Islam beleidigt haben. Holle beteuert ihre Unschuld. Sie sei an besagtem Tag überhaupt nicht in der Stadt gewesen, sagte sie aus. Vor Gericht bestätigten auch drei ihrer Schüler, dass Holle niemals den Islam beleidigt hatte. Doch das Gerücht breitete sich aus. Am 9. Dezember 2008 eskalierten die Proteste von 500 aufgebrachten Demonstranten. In Letwaru, einer überwiegend von Christen bewohnten Ortschaft im Masohi Distrikt, zerstörten Radikale 67 Häuser von Christen, vier Geschäfte und zwei Kirchen. Letwaru grenzt an ein muslimisches Dorf. Einzig eine Straße trennt die Gemeinschaften voneinander.
Gebet für Verfolger
Gemeinsam mit Asmara Wasahua, einem führenden Muslim der Region, wurde Holle im Februar vorigen Jahres zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Auch er ist inzwischen wieder frei. Mehrere Male besuchte sie in der Haft den Mann, der für ihre Inhaftierung maßgeblich verantwortlich war. Denn Wasahua verteilte Zettel mit hasserfüllten Botschaften; er heizte die Demonstranten gegen Christen an und schürte die Unruhen. Im Büro des Staatsanwaltes betete Wilhelmina einmal mit drei anderen Christen für ihn: "Mit lauter Stimme bat ich Gott, ihm zu vergeben." Der anwesende Wasahua sei daraufhin in Tränen ausgebrochen.
Gebetsanliegen:
- Danken Sie Gott dafür, dass Wilhelmina Holle wieder vereint ist mit ihrer Familie.
- Beten Sie für ihre berufliche Zukunft. Sie möchte eine Zusatzqualifikation erreichen, mit der sie wieder an öffentlichen Schulen unterrichten darf.
- Beten Sie für Frieden und Versöhnung zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken. Dort kam es 1999 bis 2001 zu heftigen Unruhen zwischen Muslimen und Christen.