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Somalia


 

Für Christen in Somalia hat sich die Situation weiter sehr verschlechtert; der islamische Fundamentalismus nimmt zu. Aufgrund ihres Glaubens werden immer wieder Christen von Islamisten entführt und teilweise brutal ermordet. Insbesondere die Al Shabaab-Miliz gewinnt an Stärke und kontrolliert weite Teile des Landes im Süden. 

Keine Religionsfreiheit 

In Somalia wird die Religionsfreiheit weder durch die Verfassung noch eine andere gesetzliche Bestimmung  geschützt.  Der Islam ist die offizielle Religion. Die international anerkannte Übergangsregierung "Transitional Federal Government" (TFG) orientiert sich an einer strengen Interpretation des islamischen Rechts wie ihre Vorgänger. Je stärker die Politik der TFG gegen Christen gerichtet war, desto akzeptabler wurde sie für muslimische Extremisten.  Die TFG erlaubt Christen in Somalia keine öffentliche Ausübung ihres Glaubens. Dennoch, so die Beobachtungen, scheint die Regierung nicht sehr aktiv gegen Christen vorzugehen. Jedoch kontrolliert die Regierung kein Gebiet außerhalb der Hauptstadt. Fast ganz Südsomalia wird von der radikalen Al Shabaab kontrolliert. Bis August 2011 kontrollierte die TFG nur zehn Prozent der Hauptstadt Mogadischu. Internationalen Streitkräften ist es gelungen, über 95 Prozent der Stadt einzunehmen. Der Einmarsch kenianischer Truppen in den Süden Somalias, um weitere Entführungen von Touristen und Hilfskräften auf kenianischem Boden zu verhindern, hat Al Shabaab zwar unter Druck gesetzt, nicht aber geschlagen.

Traditionen wahren

Besonders in ländlichen Gebieten Somalia ist der gesellschaftliche Druck stark, die islamische Tradition zu respektieren. In den meisten Regionen bedient man sich traditioneller Formen der Konfliktbewältigung: entweder der weltlichen Schiedsgerichtsbarkeit von Clans oder des islamischen Rechts (Scharia). Von den ethnischen Somalis sind weniger als ein Prozent Christen. Diese praktizieren ihren Glauben im Untergrund. Denn ein "Abfall" vom Islam gilt als todeswürdiges Verbrechen. Statt kirchenähnlicher Strukturen sind sie in kleinen Hausgruppen organisiert, die jedoch weit verstreut sind. Die größte bekannte Gemeinschaft dieser Art besteht aus fünf Mitgliedern. Für Eltern ist es zu gefährlich, ihre Kinder christlich zu erziehen. Bei Entdeckung durch Islamisten droht ihnen und ihren Eltern der Tod.

Mächtige Clanstrukturen

Die sechs somalischen Hauptclans sind die Darod, Hawiye, Issaq und Dir (alle überwiegend nomadisch) sowie die Rahanweyn und Digil (überwiegend Ackerbauern). Über 95% aller Somalis gehören einem Clan an, der sich einem dieser Stämme zugehörig fühlt. Den zahlenmäßig größten Clan bilden die Darod. Das Hauptsiedlungsgebiet der Darod liegt im Nordosten und im Süden Somalias. Hinter den Darod folgen zahlenmäßig die Hawiye, die hauptsächlich in Zentralsomalia und Mogadishu anzutreffen sind.

Als drittgrößter Clan bewohnen die Isaaq den Nordwesten des Landes. Die Dir leben im Nordwesten Somalias an der Grenze zu Djibouti und im Süden des Landes. Die Rahanweyn und die Digil leben als Ackerbauern vor allem im fruchtbaren Südwesten Somalias, Zentrum dieser Clans ist die Stadt Baidoa.

 

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