Mauretanien ist nicht oft in den Nachrichten und scheint von der internationalen Gemeinschaft vergessen zu sein. Den Leiden der kleinen christlichen Minderheit in dem Land im Nordwesten Afrikas wird kaum Aufmerksamkeit geschenkt.
Das Land ist stolz auf seine islamische Identität. Abgesehen vom Islam wird keine andere Religion offiziell anerkannt. Die Verfassung enthält keinerlei Regelungen zur Religionsfreiheit, und seine Gesetze verbieten den Übertritt zum christlichen Glauben. Die Strafe für Apostasie (Abfall vom Islam) ist der Tod. Daher haben einheimische Christen kaum Möglichkeiten, öffentliche Gottesdienste zu feiern. Einzig in kleinen Hausgemeinden können sie sich treffen. Und selbst dies geschieht aus Sicher-heitsgründen nur selten.
"Gefährliche Bewegung"
In Mauretanien ist der Verfolgungsdruck auf Christen muslimischer Herkunft vonseiten der Familie, Stammesmitgliedern und Leitern örtlicher Moscheen sehr hoch. Etwas Freiheit genießen christliche Gemeinden von Ausländern, doch selbst für sie ist die Situation schwierig. Für mauretanische Christen ist es völlig unmöglich, ihre Gemeinden registrieren zu lassen; daher müssen sie sich im Geheimen versammeln. Alarmierend ist die negative Berichterstattung über das Christentum in den einheimischen Medien. Es wird als gefährliche Bewegung dargestellt, die bekämpft werden muss. Im August 2010 wurde auf Anordnung des Präsidenten ein landesweiter Radiosender eröffnet, der in allen Landessprachen nur ein einziges Thema hat: den Koran. Berichtet wurde, dass Islamisten Christen weiterhin mit dem Tod bedrohten. Viele ausländische Christen haben das Land daher verlassen.
Evangelium nicht an Muslime weitergeben
Die Bibel darf in Mauretanien weder gedruckt noch verkauft oder verteilt werden. Die Regierung verbietet jegliche Verbreitung des christlichen Glaubens unter Muslimen. Treffen von ausländischen Christen - etwa zum Gottesdienst in ihren Gemeinderäumen – werden toleriert. Christen, die des Bibelschmuggels oder der Verteilung von christlicher Literatur angeklagt werden, haben Gefängnis- oder Geldstrafen zu erwarten.
Todesstrafe bei Religionswechsel
Apostasie (Abfall vom Islam) kann mit dem Tod bestraft werden, wenngleich die Todesstrafe in den vergangenen Jahren nicht vollstreckt wurde. Wird ein mauretanischer Muslim Christ, so wird er von seiner Familie, Verwandten oder Angehörigen eines Stammes unter Druck gesetzt, zum Islam zurückzukehren. Die Regierung wagt es nicht, Urteile religiöser Autoritäten, gerade wenn sie auf dem Land oder von Stammesfürsten gefällt wurden, in Frage zu stellen.
Zunahme des radikalen Islams
Islamisten erzeugen Spannungen und Opposition gegen Christen. Islamischer Extremismus ist fraglos der Hauptfaktor bei der zunehmenden Verfolgung in dem Land. In jüngster Zeit ist dieser in Mauretanien immer deutlicher zutage getreten. Wie die von den USA finanzierte Nachrichtenseite "Magharebia" kürzlich in einem Länderbericht bemerkte, gewinnen Salafisten durch ihre Bemühungen, strenge moralische Regeln durchzusetzen, zunehmend an Einfluss.
Christenverfolgung heute - Wie Sie sich aktiv für verfolgte Christen einsetzen können, erfahren Sie hier...
Möglichkeiten