Weltverfolgungsindex

Indonesien

Indonesien ist gemessen an der Bevölkerungszahl das Land mit den meisten Muslimen. Die Mehrheit von ihnen lebt ihren Glauben tolerant. Nahezu zwei Prozent folgen einer strengen Ausübung des Islam nach arabischem Vorbild.

Die Verfassung Indonesiens garantiert jedem Bürger Religionsfreiheit und damit das Recht, eine beliebige Religion zu wählen und zu praktizieren. Allerdings erkennt die Regierung nur sechs Religionen an: Islam, Katholizismus und Protestantismus, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus.

Regierung duldet Überfälle

Doch die Religionsfreiheit wird durch intensive Islamisierungskampagnen – hinter denen extremistische und fanatische Bewegungen und Gruppen stehen – bedroht. Der Regierung fällt es oft schwer, gegen diese Aktivitäten vorzugehen. Behörden dulden Diskriminierung und Übergriffe auf religiöse Minderheiten und belangen die Verantwortlichen nicht. Die Provinz Aceh ist derzeit die einzige Region, in der das islamische Recht (Scharia) gilt, doch die Zahl lokaler Gesetze, die von islamischen Vorschriften beeinflusst sind, hat sich erhöht. Die Regierung lässt hierbei – entgegen ihrer ursprünglichen Zusage – örtlichen Behörden völlige Freiheit. 

Christen nicht erwünscht

Besonders islamistische Gruppierungen setzen Christen unter Druck. In manchen Regionen tolerieren auch muslimische Bewohner keine Christen, etwa in einem überwiegend muslimischen Dorf. Gebäude von Hauskirchen werden abgerissen, selbst wenn eine staatliche Genehmigung für die Gemeinde vorliegt. Christen werden angegriffen, von islamischen Bewegungen eingeschüchtert oder an der Durchführung ihrer Gottesdienste gehindert.