Die Verfassung Eritreas von 1997 garantiert Religionsfreiheit, Freiheit der Gedanken und des Gewissens, Meinungsfreiheit sowie die Koalitionsfreiheit (Artikel 19). Artikel 14 sichert Gleichheit und Schutz vor Diskriminierung zu. Doch diese Verfassung nach westlichem Vorbild ist noch nicht in Kraft getreten.
Christen gelten als Staatsfeinde
Im ostafrikanischen Eritrea schränkt die Regierung die Religionsfreiheit für staatlich nicht erlaubte religiöse Gruppen scharf ein, verletzt aber auch die Rechte einiger registrierter Gruppen. Im Mai 2002 erklärte Präsident Isaias Afewerki alle Angehörigen nicht erlaubter Kirchen – darunter 35 evangelikale – zu Staatsfeinden. Nur die Eritreisch-Orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam sind anerkannt. Wer sich außerhalb dieser vier staatlich anerkannten Glaubensrichtungen versammelt, z.B. in Privathäusern, kann verhaftet, gefoltert und schwer bedrängt werden, seinen Glauben zu verleugnen.
Regierung kontrolliert Kirchen
Die Schikane und Verfolgung von Christen nahm zu, als Staatspräsident Isaias Afewerki im Jahr 2004 erklärte, die Regierung werde religiöse Bewegungen, die die Bürger "von der Einheit des eritreischen Volkes abrücken lassen und die wahre Bedeutung von Religion verzerren", nicht mehr tolerieren.
Doch selbst Leiter der vier anerkannten Religionsgruppen erleben harte Beschränkungen durch die Regierung. Der orthodoxe Bischof Abune Antonios steht seit Januar 2006 unter Hausarrest, weil er gegen die Einmischung der Regierung in Kirchenangelegenheiten protestierte. Zuvor war er aus der Synode ausgeschlossen worden. Im Dezember 2006 übernahm die Regierung die Kontrolle der Finanzen und Personalangelegenheiten der Eritreisch-Orthodoxen Kirche.
Tausende von Christen in Haft
Laut Angaben von Kirchenleitern aus Eritrea sollen derzeit rund 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Schiffscontainern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sein. Viele sitzen seit Monaten oder manche seit Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein.
In dem Militärcamp MITIRE im Nordosten von Eritrea sind viele Gefangene aus religiösen Gründen inhaftiert; unter anderem Christen, die sich keiner staatlich erlaubten, und damit kontrollierten, Kirche anschließen wollen.