Im Himalaja-Königreich Bhutan ist der Buddhismus Staatsreligion. Daneben ist auch der Hinduismus erlaubt.
Artikel 7 der neuen Verfassung aus dem Jahr 2008 garantiert allen Bürger von Bhutan Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Jedoch dürfe niemand durch "Nötigung oder Anreize gezwungen werden, einer anderen Konfession anzugehören." Unklar ist, ob schon die Weitergabe des Evangeliums etwa in Glaubensgesprächen als "Nötigung" gilt.
Die Verfassung bestimmt den Buddhismus als "geistliches Erbe Bhutans". Religöse Instutitionen sind verpflichtet, "das geistliche Erbe des Landes zu fördern und dabei sicherzustellen, dass "Religion von der Politik in Bhutan getrennt bleibt". Regierung und Bürger sind per Verfassung aufgefordert, für den Buddhismus einzutreten.
Gemeindeleben im Untergrund
Die wenigen Christen im Land sind es gewohnt, sich nur im Verborgenen zu treffen und ihren Glauben zu praktizieren. Es ist ihnen nicht gestattet, in der Öffentlichkeit zu beten oder ihre Gottesdienste zu feiern. Die Regierung erlaubt auch keine christlichen Versammlungen in Privathäusern, an denen mehrere Familien beteiligt sind, ebenso wenig erlaubt ist der Bau von Kirchen.
Verletzte Menschenrechte
Einreisevisa für Geistliche oder kirchliche Mitarbeiter werden verweigert. Christen werden diverse Bürgerrechte abgesprochen. Für alle Bürger gelten offiziell die buddhistischen Prinzipien, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. In staatlichen Schulen sind die Schüler verpflichtet, täglich ein buddhistisches Gebet zu sprechen. So haben Christen etwa kein Recht auf eine christliche Erziehung oder Ausbildung für ihre Kinder. Sie dürfen auch keine Ämter besetzen oder ein Geschäft gründen. Im Land ist nur buddhistische Literatur erlaubt. Auch die Gesellschaft übt starken Druck aus, den buddhistischen Normen zu folgen.
Übergriffe religiöser Eiferer
Drangsalierung und Repressionen durch buddhistische Eiferer, besonders in buddhistischen Hochburgen, bereiten den Christen die meisten Probleme. Sie werden nicht nur von Behörden unter Druck gesetzt, sondern auch von buddhistischen Geistlichen und erleben gewalttätige Übergriffe.