Weltverfolgungsindex

Bangladesch

Die Verfassung von Bangladesch erklärt den Islam zur Staatsreligion; Anhängern anderer Glaubensrichtungen wird jedoch Religionsfreiheit zugesagt. Christen dürfen ihren Glauben im Allgemeinen praktizieren, doch insbesondere Konvertiten aus dem Islam müssen achtsam sein. Jederzeit müssen sie damit rechnen, dass örtliche Behörden oder Teile der Gesellschaft Gottesdienste von Christen muslimischer Herkunft stören oder einzelne Christen unter Druck setzen. Neu zum christlichen Glauben konvertierten Muslimen droht, vor die muslimische Gemeindeversammlung gestellt zu werden. Dort werden sie schikaniert oder mit dem Tode bedroht, sollten sie sich weigern zum Islam zurückzukehren. In diesem Fall droht die Verbannung aus der Ortsgemeinde oder ihnen wird der Zugang zu den Dorfbrunnen verwehrt.

Weniger als ein Prozent unter den mehr als 150 Millionen Einwohnern sind Christen. Sie gehören nahezu 32 verschiedenen Denominationen an, überwiegend evangelischen Gemeinden. Obwohl die feindselige Einstellung von Familie, Gesellschaft und Regierung nicht so offenkundig ist wie in anderen muslimischen Ländern und der Einfluss des extremistischen Islam eher schwach ist, bleiben die Aussichten für die christliche Minderheit gemischt. Der Verfolgungsdruck geht hauptsächlich von führenden muslimischen Geistlichen und Dorfbewohnern aus, denen das Wachstum christlicher Gemeinden missfällt.

Schikane und Willkür 

Lokale Sicherheitskräfte und Bezirksverwaltungen setzen sich oft nur unzureichend für die Rechte der Christen ein und verhalten sich bei Angriffen nicht selten passiv. Es kommt vor, dass die Polizei bei Angriffen zu spät reagiert, nicht neutral bleibt oder sich weigert, Ermittlungen aufzunehmen. Besonders in Stammesgebieten bzw. ländlichen Regionen werden Christen verfolgt, diskriminiert oder unter Druck gesetzt. Die Extremisten verfolgen ehemalige Muslime, um sie für ihren Abfall vom Islam zu bestrafen. So sollen islamistische Gruppen von Haus zu Haus gehen, um ehemalige Muslime zurück zum Islam zu bringen.

Konvertiten berichten von Schikane oder der Enteignung ihres Besitzes oder ihrer Felder, oft die einzige Einnahmequelle. Ihre Ernten werden zerstört oder ihnen wird der Zugang zum Dorfbrunnen verwehrt. Sie verlieren ihre Arbeitsstelle, können ihre Waren nicht mehr verkaufen, werden diverser Vergehen aufgrund unwahrer Gerüchte (u.a. Bekehrungsversuche verbunden mit finanziellen Belohnungen) beschuldigt oder von ihren Familien verstoßen und verfolgt. Manchmal beschließt sogar der gesamte Dorfrat, dass Christen das Dorf zu verlassen haben, wenn sie nicht zum Islam zurückkehren. Bei Weigerung wird dieser Beschluss auch mit Gewalt durchgesetzt.

Falschinformationen

Im Internet, aber auch im Fernsehprogramm des Landes, wird sporadisch gegen den christlichen Glauben gehetzt. Dabei werden gerade gegen Christen, die sich vom Islam abgewandt haben, immer wieder falsche Anschuldigungen vorgebracht und die Gläubigen dadurch eingeschüchtert. 
 

Christenverfolgung heute - Wie Sie sich aktiv für verfolgte Christen einsetzen können, erfahren Sie hier...

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