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Kirgisistan

Obwohl die Verfassung Religionsfreiheit und eine Trennung von Kirche und Staat vorsieht, wird die Versammlungs- und Redefreiheit der kirgisischen Christen zunehmend eingeschränkt. Die Regierung offiziell unterstützt keine Religion, doch nach einem Dekret vom Mai 2006 wurden der Islam und die russische Orthodoxie als "traditionelle religiöse Gruppen" anerkannt. In den vergangenen Jahren haben die politische Instabilität und das Anwachsen fundamentalistisch-islamistischer Gruppen zu verstärkten Kontrollen von religiöOrganisationen geführt.

In jüngster Zeit gab es Konflikte und Gewalt seitens lokaler Muslime als Reaktion auf Missionsaktivitäten von christlichen Gruppen, die als "nicht traditionell" angesehen werden – vor allem gegen Protestanten und meist im Süden des Landes. (lt. "Kirche in Not") 

Religionsgesetz

Der kirgisische Präsident hat am 12. Januar 2008 ein neues Religionsgesetz entgegen heftiger Proteste von Menschenrechtsaktivisten und Religionsgemeinschaften unterzeichnet. Demnach erlangen religiöse Gruppen wie beispielsweise Kirchen nur eine offizielle Anerkennung, wenn mindestens 200 kirgisische Bürger zur Gemeinde gehören. Vorher waren nur zehn nötig. Alle Mitglieder müssen sich staatlich registrieren lassen. Das diskriminiert Christen aus kleinen Ortschaften oder auf dem Land, die oftmals nur aus kleinen Gemeinden mit weniger als 200 Mitgliedern bestehen.

Diese Registrierungspflicht setzt besonders Christen mit muslimischem Hintergrund unter Druck. Sie halten ihren Glauben an Jesus Christus aus Angst vor Verfolgung oder Schikane meist geheim. Besonders im Süden des Landes werden ehemalige Muslime häufig beleidigt, gedemütigt und benachteiligt. Ein Open Doors-Mitarbeiter in der Region berichtete von ehemaligen Muslimen, die gekündigt wurden, als bekannt wurde, dass sie Christen geworden sind, und von Konvertiten, die von Verwandten misshandelt wurden.

Gegen religiösen Extremismus

Das neue Gesetz in Kirgisistan verbietet "aggressive Bekehrungsaktionen". Die Beamten behaupten, mit den gegenwärtigen Regelungen hätte es in den vergangenen sieben Jahren Spannungen gegeben, etwa hinsichtlich von Beerdigungen oder beim Religionswechsel eines Muslims etwa zum Christentum. Das Gesetz soll "religiösen Extremismus" an Universitäten und Schulen vermeiden. Einige christliche Leiter befürchten, dass viele Kirchen ihren derzeitigen offiziellen Status verlieren, da sie weniger als 200 einheimische Mitglieder haben. Die Behörden widersprechen, die Regelung soll nur für neue Religionsgemeinschaften gelten.

Christen mit muslimischem Hintergrund erfahren Anfeindungen aufgrund ihres Religionswechsels. Der Nationalismus zeigt sich in der verherrschenden Meinung: ein echter Kirgise ist ein Muslim. Nachbarn, Verwandte und Arbeitgeber reagieren nicht selten negativ, wenn ein Kirgise Christ geworden ist. Konvertiten gelten als Verräter der kirgisischen Traditionen.

 

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