Kolumbien: Zuflucht für Kinder
"Wäre ich nicht hier gewesen, als ich vom Tod meines Bruders hörte, wäre ich zur Guerilla gegangen, um ihn zu rächen", erzählt die 18-jährige Diana Milena. "Hier habe ich gelernt, Jesus zu lieben." Im "El Hogar" (deutsch: Heim, Zuflucht) haben Kinder, die Opfer von Verfolgung waren oder von Guerillas als Kindersoldaten rekrutiert worden sind, eine neue Heimat gefunden. Das von Open Doors finanzierte Heim bietet etwa 50 Kindern zwischen neun und 18 Jahren u.a. aus bedrohten Pastoren- und Gemeindeleiterfamilien Zuflucht und eine Schule. Die meisten Kinder stammen aus christlichen Familien, die in Guerilla-Gebieten leben. Sie haben viel Gewalt erlebt. Manche sind Waisen, weil ihre Eltern von Rebellen ermordet wurden. Oder sie entkamen der Zwangsrekrutierung für Guerillagruppen.
Neben biblischem Unterricht werden im "El Hogar" auch handwerkliche und musische Fächer angeboten. Die Mitarbeiter helfen den Kindern, schreckliche Traumata zu verarbeiten. Das Esszimmer und die Schlafräume wurden neu renoviert und ein Chemielabor und ein Computerraum eingerichtet. Damit können die Jugendlichen ihr Diplom in Informatik machen.
Leben verändert
"So wie Gott das Leben von Sophia verändert hat, kann sich auch das Leben von vielen anderen Kindern verändern", sagte El-Hogar-Leiterin Leila bei einem Besuch in Deutschland. Sophia ist heute 12 Jahre alt. Unbekannte haben ihre Eltern im April 2009 erschossen. Im "El Hogar" hat sie ihr Trauma zwischenzeitlich überwunden und ist wieder ein fröhliches Kind. Sophia sagt heute: "Ich möchte eines Tages den Menschen von der Liebe Jesu erzählen, so wie es meine Eltern getan haben."
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Kinder der verfolgten Kirche
Foto: Kinder im El Hogar/Open Doors